Frühling ist da…es ist WELTFRAUENTAG!

Liebe Gäst*Innen, liebe Freund*Innen, liebe Kolleg*Innen,

heute haben wir den 8. März 2021 – es ist Weltfrauentag.

Während ich heut früh Nachrichten gelesen, getwittert und etwas bei Instagram eingestellt habe, ist mir klar geworden, dass ich zwar meine Homepage letzten Monat vollkommen überarbeitet habe, aber ansonsten seit Weihnachten nichts mehr geschrieben habe.

Also ein kleines Lebzeiten von meiner Seite!

Auch wenn wir nach wie vor nicht arbeiten dürfen, arbeite ich mehr denn je. Meine Position als Sprecherin für BaWü für den BesD und mein Posten in der Aidshilfe Stuttgart (beides übrigens ehrenamtliche Tätigkeiten) und meine Praxis, sowie meine Ausbildung zu Sexualtherapeutin beschäftigen mich sehr. Ach, und dann plane ich gerade ein Geheimprojekt – dass kann ich vermutlich die Tage öffentlich machen…aber .erst Verträge unterzeichnen 🙂 Letzteres bedeutet, der Kampf für die Rechte von Sexarbeitenden und Aufklärung zum Thema Sexarbeit geht weiter!

Soll heissen „ich lebe noch“ und „eines Tages werde ich hoffentlich auch wieder normal arbeiten dürfen“! Bis dahin bin ich mit diesen Tätigkeiten absorbiert.

In der vergangenen Woche wurden meine Kolleg*Innen Kristina Marlen und Johanna Weber mit einer ziemlich üblen Methode quasi über den Tisch gezogen. Wirklich immer wieder schlimm wie auf Seiten der Sexkaufsverbotslobby agiert wird und wir Sexarbeiter*Innen behandelt werden.

Infos dazu gibts hier:

10 Gründe, Johanna Weber

Twitter, Kristina Marlen

Aber es gab vor wenigen Tagen gab es einen kleinen Lichtblick in der Presse – ein ganz toller sehr objektiver Bericht von Sylvia Pantel (CDU).

Tichys Einblick

Falls Sie/ihr auf dieser Seite mal länger nichts von mir lest, ich versuche kontinuierlich zu Twittern was so los ist. Hier gehts zu meinem Profil: Daria Oniér

Ihnen und euch einen tollen Weltfrauentag und einen wunderbarer Frühling!!!

Und bleibt gesund!

Daria

Frohe Weihnachtstage…

…und einen guten Start ins neue Jahr 🎄

Liebe Gäste, liebe Zöglinge, liebe Kollegen*Innen, liebe Freunde*Innen,

nun geht dieses schräge, komplizierte, nicht mehr aus den Köpfen zu kriegende Jahr 2020 langsam dem Ende entgegen. In drei Tagen ist Weihnachten, in zehn Tagen Silvester – verrückt.

Es fühlt sich für mich fast ein wenig kompliziert an, ein solches Jahr zu verabschieden. Nicht, weil ich nicht froh wäre dass es vorbei ist, sondern weil wir alle nicht so recht wissen wie es weiter geht.

Bis mindestens 10. Januar werde ich hier „eingesperrt“ sein – eingesperrt, da wir hier in BaWü von 20 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre haben – das sorgt für ein mulmiges Gefühl und ich fühle mich ein wenig entmündigt. Perspektivisch habe ich keine Idee, wann wir wieder arbeiten dürfen…. Und keine Idee wie lange das mit dem Geld reicht… Ebenso keine Ahnung was mit der Spaltung dieses Landes, dieser Welt passieren wird… Ich finde das wirklich kompliziert – oder geht es euch anders?

Aber neben all dem Schwierigen in diesem Jahr bin ich trotzdem wirklich glücklich. Ich habe sehr viel neues gelernt und vermute dass auch das kommende Jahr 2021 interessante mit sich Herausforderungen bringen wird.

Das absolut Beste 2020 war für mich eure Unterstützung 🙏 Im Frühjahr hatte ich wirklich Angst – Angst davor, dass ich im Herbst pleite sein könnte. Neben den Einnahmen in meiner Praxis hatte ich super viele Unterstützer*Innen und irgendwie hat es bis heute funktioniert.

Es ist wirklich traurig, so viele Kollegen*Innen und so viele Betriebe, auch aus anderen möglichen anderen Branchen stehen vor dem Ruin.

Und ich kann immer noch sagen, dass es mir in Gegenzuge gut geht. Ich habe versucht Gelder zu sammeln, für die Menschen in Notlagen. Und ich hatte sogar ab und zu Geld übrig um selber zu spenden. Ach – ich bin wirklich sehr dankbar!

Ein zweites Highlight hat sich durch die ganz andere Zeiteinteilung in meinem Leben entwickelt. Ich habe ganz andere Dinge gemacht als sonst: „Eine Demo organisiert, eine Pressekonferenz, jede Menge Shootings und Drehs für die Presse, verschiedene Podcasts – viel mehr politische Lobbyarbeit. Und ich sitze mittlerweile im Vorstand der Aidshilfe Stuttgart 😊 Vollkommender Wahnsinn!“

Was sich ebenfalls in eine sehr spannende Richtung entwickelt hat, ist meine Praxis. Ich hatte deutlich mehr Klienten als vorher. Letzteres würde ich auch 2021 gerne weiter ausbauen.

Mit vielen von euch habe ich über diese lange Distanz an „nicht-sehen“ Kontakt halten können. Das finde ich ebenfalls besonders schön – schön, Dich nicht aus den Augen verloren zu haben. ❤️

Soviel als mein kleines Resümee 2020. Heute ist übrigens Wintersonnenwende und um 19:22 Uhr MEZ haben wir die dritte und letzte Pluto/Jupiter Konjunktion dieses Jahr. Es beginnt das neue Wassermannzeitalter – dass wird hoffentlich für einige konstruktive Veränderungen sorgen.

Nun entlasse ich euch in eure Festtage – lasst es euch gut gehen.

Frohe Weihnachten und einen guten Neustart 2021.

Daria

Podcast mit Sisters e.V.

Vor einigen Wochen war im Institut Weltethos in Tübingen. Ich mich dazu bereit erklärt einen Podcast mit einer Befürworterin eines Sexkaufverbotes von Sister e.V. aufzunehmen. Überzeugt hat mich, dass dies auf einer Basis von einer gewaltfreien Atmosphäre stattfinden sollte…. und ich wollte es als Übung nehmen – Stuttgart ist voll von Menschen die ein Sexkaufverbot befürworten.

Im Vorfeld war ich wirklich ziemlich aufgeregt – ich habe bereits viele Szenarien erlebt, in denen die Leute verbal übereinander herfallen. Die Gegner*Innen rhetorisch meist sehr gut gebrieft und ich weiß, dass ich häufig noch eher unsicher bin, da ich noch gar nicht so lange in der Materie bin.

Jetzt habe ich das ganze zusammengeschnitten gehört und bin ganz zufrieden damit. Ein paar mal habe ich mich leider ungünstig ausgedrückt.

Was wirklich gut war – das Gespräch geht an einigen Stellen tiefer in die Materie und erklärt dadurch sehr gut, was ein Sexkaufverbot für uns bedeuten würde. In einem anderen Leben wäre ich vielleicht mit Käthe befreundet 🤷‍♀️ Tolle Frau, es hat Spaß gemacht sich mit ihr auszutauschen.

Hier gehts zu Podcast:

Richtig Beef

Hamburg – endlich wieder Hamburg

Liebe Gäste, liebe Neugierige,

nach langem Warten durften wir ab dem 12. Oktober 2020 in Baden-Württemberg nun endlich wieder für drei Wochen arbeiten .

Dann kam der Lockdown 2 und ab den  2. November ist Sexarbeit leider bis Ende November wieder untersagt! Tut mir leid. Ich hoffe im Dezember sind wieder Termine möglich. 

Eigentlich wollte ich am 23. und am 24. November endlich wieder nach Hamburg – leider wird das ja nun nichts – ich habe meine Planungen auf den 7. und 8. Dezember vertragt…. Haltet uns die Daumen!

Falls es klappt werde ich Hotel, oder eine neues Location ausprobieren. Haus und Hotelbesuche sind ebenfalls machbar.

Aufgrund der Corona- bzw. Hygienemaßnahmen ist es dringend notwendig, dass Sie rechtzeitig einen Termin reservieren.

Kontakt bitte per Mail, da ich mein Handy momentan selten bei mir haben.

Ich freue mich über ihre Kontaktaufnahme.

Herzlichen Gruß

Daria Oniér

Und was sonst noch so passierte…

Liebe Leser*Innen, liebe Freund*Innen, liebe Gäste,

es war hier in letzter Zeit sehr still um mich hier und auch bei Twitter. Aber gibts nun nen kleinen Überblick über das was hier so passiert ist – ich war alles andere als untätig.

In den vergangenen Wochen war wirklich viel los und es gab Tage, da wusste ich gar nicht mehr wo mir der Kopf steht.

Und leider stand mir lange nicht der Kopf danach, mich mit meiner Arbeit als Sexarbeiterin im Rahmen von Erotik und Sexualität zu beschäftigen. Ich vermute einige von Ihnen/von euch vermissen diese Auseinandersetzung. Jedoch ist der Kampf um Rechte und um eine Ernstnahme in unserem Arbeitsfeld insbesondere in Stuttgart aber auch grundsätzlich ist sehr kompliziert. Ich glaube tatsächlich, dass wir in Deutschland aufpassen müssen, dass wir nicht wirklich auf ein Sexkaufverbot zusteuern oder gar in Stuttgart auf ein Bordellverbot. Letzen Endes ist das Thema also absolut existenziell. Jetzt, da ich wieder arbeiten darf (wenn ich denn Zeit habe) ändert sich das mit meinem Fokus vermutlich auch wieder…

Aber nun zu den Geschehnissen der letzten Wochen, am 8. Oktober war ich mit Alraune in Mannheim auf einer „offenen“ Podiumsdiskussion von der dortigen Diakonie zum Thema Sexkaufverbot. Wie sich mit einem Blick auf die Rednerliste zeigte, war diese Veranstaltung alles andere als „offen“. Der erste Redner Herr Sporer, ein ehemaliger Kripobeamter aus Augsburg, zeichnete 45 Minuten polemisch die schrecklichsten Bilder aus Menschenhandel und Zwangsprostitution. Der zweite Programmpunkt war Dr. Heil, Arzt und Psychiater aus Mannheim. Er stand den Worten und Willen seines Vorredners leider in nichts nach. Die Dritte in der Runde war die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim – sie war (in meinen Augen) in erster Linie daran interessiert, eine gute Außenwirkung dar zu stellen. Und ganz zum Schluss sprach noch kurz der Leiter der Diakonie Mannheim selbst.

Währenddessen habe ich vor Wut auf meinem Stuhl vor mich hin gekocht, verkrampft und gezittert weil ich es kaum aushalten konnte. Es gab die Möglichkeit über Zettelchen Fragen in die Runde zu bringen. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen – meine war erste Frage …nach 90 Minuten „pro Sexkaufverbot“: „Wer von den Anwesenden spricht denn hier mit und für Sexarbeiter*Innen?“

Ich durfte dann sogar zu meiner Fragen nochmal genauer erklären was sie bedeutet, was ich auch tat. Darüber hinaus tat ich an dem Abend mein Bestes um in (geschlagenen 2-3 Minuten) der erkämpften Redezeit die wir bekamen, auf zu zeigen, dass die Runde überhaupt nicht „offen“ war. Und ich versuchte deutlich zu machen warum ein Sexkaufverbot nicht die Lösung sein kann. Fazit des Abends: Eine sehr schwierige Veranstaltung und eine gute Übung für mich um mich in Wut zu beobachten und mich für zukünftige Veranstaltungen dieser Art besser zu wappnen. Dort, wo ich mich normalerweise nicht traue zu sprechen, kann ich dank unglaublicher Wut aufstehen und mich für meine und die Rechte anderer einsetzen.

Die Gleichstellungsbeauftragte hat mich am allermeisten enttäuscht. Sie hat auf meine Kommentare hin Dinge gesagt wie: „Wir können ruhig über Sexarbeitende reden, wir müssen nicht mit Ihnen, wir sind in einer Demokratie!“ Und: “ Prostitution ist keine Arbeit sondern eine Krankheit – und manche Menschen (solche wie ich) können damit besser umgehen als andere!“

Was das mit Gleichstellung zu tun hat, kann ich nicht sagen und lässt mich im Jahre 2020 wirklich verzweifeln.

Was noch so alles geschah:

Am 11. Oktober haben wir, also Johanna Weber, Alraune und ich bei Ophelia, einer Bloggerin auf Twitter einen tollen Podcast aufgenommen. Es ging um die aktuelle politische Lage zum Thema Sexkauf/Sexkaufverbot und natürlich speziell um die Lage in Stuttgart. Die Infos sind klasse, leider der der Podcast hinter eine Paywall, da Ophelia in einem gewissen Rahmen anonym bleiben möchte… Aber falls ihr doch neugierig seid: Hier gehts weiter zum lauschen!

Sei dem 13. Oktober (nach exakt 7 Monaten) dürfen wir endlich wieder arbeiten – aber der Ritt dahin war auch ein ziemlich beschwerlicher. In der Woche vor dem 13. Oktober wurde vor den VGH einer Klage wegen Unverhältnismäßigkeit stattgegeben und somit sollten am 12. Oktober Bordelle/Betriebe in Baden-Württemberg wieder öffnen dürfen. Allerdings wurde von der Stadt Stuttgart die besondere Allgemeinverfügung vom 17. Juli, einem Totalverbot jeglicher Form der Sexarbeit, nicht aufgehoben und sich diesbezüglich auch nicht geäußert. Somit habe ich mit ein paar anderen, am 12. Oktober die Ämter mit Mails und Anrufen bombardiert, damit die Stadt sich diesbezüglich positioniert – was am späten Nachmittag dann auch geschah.

Und es geschah natürlich noch viel mehr, ich habe vor einigen Wochen durch Zufall erfahren, dass am 20.10. der „runde Tisch zu Verbesserung von Prostitution in Stuttgart“ stattfinden wird – natürlich ohne Sexarbeiter*Innen, welch Überraschung. Also habe ich mich dran gemacht, im Namen des BesD an einer Teilnahme zu arbeiten. Meine E-Mail wurde leider ignoriert – fühlt sich auch an wie eine Form von „Hurenstigma“. Vielleicht sollte ich darüber mal einen Bericht schreiben? Seid ihr daran interessiert? Also nachdem meine Mail etwas mehr als eine Woche ignoriert wurde, habe ich es telefonisch weiter versucht und hatte irgendwann Erfolg. Nachdem ich quasi schriftlich verifizieren musste, dass ich bereit bin wirklich an der „Verbesserung der Prostitution“ zu arbeiten, habe ich eine Zusage und die Tagesordnung bekommen. Zwischen der Zusage und dem Termin habe ich mich nochmal unter meinen möglichen Bündnispartner*Innen umgehört, wer ebenfalls dabei sein würde.

Leider wurde der runde Tisch drei Stunden vor Beginn dann plötzlich abgesagt. 🙁 Nichts geklärt zur aktuellen Situation, keine meiner Fragen beantwortet. Ich habe mich stattdessen mit dem Leiter der Aidshilfe getroffen und wir haben uns zu möglichem weiterem Vorgehen ausgetauscht. Er hat mich im Laufe unsere gefragt, ob ich Lust hätte mich für den Vorstand der Aidshilfe Stuttgart vorzustellen und aus der Perspektive auch ein bissel für das Thema Sexarbeit in unserer Stadt mit zu arbeiten. Drei mal dürft ihr raten was passiert ist? Am Freitag wurde ich in den Vorstand gewählt der Aidshilfe Stuttgart gewählt.

Die nächsten Tage habe ich hier auch noch einiges auf dem Zettel, unter anderem meine SexualtherapieAusbildung. Aber ab nächste Woche arbeite ich dann wieder eingermaßen regulär. Eigentlich wäre ich zu dem Zeitpunkt nach Berlin ins Lux gereist – leider haben nach und nach einige meiner Gäste abgesagt und die aktuellen Infektionszahlen sind leider ebenfalls nicht kompatibel.

Ich hoffe alles pendelt sich so langsam aber sicher mal wieder ein. Ich sehne mich na etwa Ruhe und nach ein bissel ganz normaler Arbeit im Salon ?. Apropos Salon Exzentric – wir müssen natürlich nach einem HygieneKonzept arbeiten.

Termine finden natürlich unter anderen Voraussetzungen statt. Die Hygieneregeln haben wir für Sie bereitgestellt. Es finden nur vorher terminierte Sessions statt, Sie müssen außerdem bereit sein, Ihre Kontaktdaten bei uns zu hinterlassen. Also eigentlich genauso wie momentan überall.

Soviel erstmal, nun sind Sie/seid ihr wieder auf dem Laufenden.

Herzlichen Gruß

Daria Oniér

Emotionale Anklage – ein Modell zur Kriminalisierung

Liebe Stadt Stuttgart,

vor knapp vier Jahren bin ich in den Stuttgarter Speckgürtel gezogen. Ich komme aus dem liberalen Hamburg und habe mich, nachdem ich begonnen habe hier zu arbeiten, in die Stadt Stuttgart verliebt. Alle Leuten denen ich erzähle, dass ich die Schwaben toll finde und mich hier wohler fühle als ich mich je in Hamburg gefühlt habe, belächeln mich und können es kaum glauben.

Und das ist auch noch heute so, allerdings fühle ich mich grade von Deiner Politik verraten und verkauft.

Gestern Abend kam ich aus Bonn zurück, meine Kolleg*Innen vom BesD und vom BSD und ich haben dort zwei Veranstaltungen organisiert, im Zuge einer Tagung Bündnis nordisches Modell von Abolitionisten*Innen, um auf uns aufmerksam zu machen und zu demonstrieren, dass wir da sind und nicht aufgeben.

Auf dem Heimweg habe ich im Zug noch ein wenig „gesurft“ und wurde bei Facebook auf folgende zwei Beiträge aufmerksam gemacht:

Zu Hause angekommen, habe ich festgestellt dass ich mich schon wieder maßlos darüber ärgere, dass die Stadt Stuttgart horrende Summen in solche Unternehmen und Kampagnen stecken kann. Getoppt wurde das dann noch von dem Kommentar von Frau Breymeier, die bei Twitter über uns spottete:

Liebe Stadt Stuttgart,

ist DAS wirklich DEIN Ernst?

Vor einigen Wochen bin ich über die Information gestolpert, dass Du unter anderem die RotlichtAUS Kampagne und für die Sisters im Frühjahr 2020 mit 50.000 € gefördert hast.

….jetzt da ich das noch einmal lese, werde ich fast grün vor Ärger!

Nachdem am Donnerstag nach dem runden Tisch BaWü zu Thema Prostitution klar war, dass wir bis auf Weiteres nicht arbeiten dürfen, war ich schon verärgert und ohnmächtig. Es wurden von verschiedenen Beratungsstellen berichtet, dass Sexarbeit sich durch das Arbeitsverbot bereits in der Illegalität breit macht und viele Sexarbeiter*Innen sich in existenzieller Not befinden. Prostitution im Dunkelfeld fördert nachweißlich die Gewalt und die Abzocke an Sexarbeitenden und durch Anonymität und Hilflosigkeit auch Infektionen mit Corona und STI’s.

Dein Sozialminister Manne Lucha sagt im selben Atemzuge, dass er auf Seiten der Prostituierten steht und dass er Bordelle (und somit sichere Arbeitsplätze) nicht öffnen wird, ohne das eine Klage entsprechendes erreicht….oder die Infektionslage sich deutlich verbessert.

Stuttgart, DAS ist doch alles nicht war. Nicht zu öffnen aufgrund steigender Coronainfektionen wäre ja eventuell noch nach zu vollziehen – eigentlich auch nicht, wenn Du Sexarbeitenden Solidarität versprichst – aber nachvollziehbarer wäre es.

Wenn ich aber sehe wie DU Deine Fördergelder verteilst wird klar, DU willst uns gar nicht helfen. Es macht mich fassungslos zu sehen wie damit DU mit diesen Kampagnen tausende von Sexarbeitenden diffamierst und ruinierst – ohne mit uns zu sprechen.

DU willst UNS einfach nicht, Du möchtest hunderte von Männern, Frauen und Transmenschen ans Messer liefern. Nicht nur zu Zeiten von Corona, sondern auch langfristig.

DU willst einfach nur das Rotlicht AUSKNIPSEN – für immer.

Aber weißt Du was? Das wird nicht funktionieren, nur leider hast Du das bisher nicht begriffen. Prostitution verschwindet nicht, nur weil man sie verbietet. In Schweden gibt es immer noch genau so viele Sexarbeitende wie vor Einführung des schwedischen Modells und das unter sehr viel schwierigeren Bedingungen, z.B. berichten Sexarbeiter*Innen, dass sie sich von der Polizei verfolgt und nicht geschützt fühlen.

(Quelle Universität Göteborg, Susanne Dodillet)

Es das „schwedische oder nordische Modell“ zu nennen verharmlost die Situation und das Thema um das es geht. Das worüber wir hier sprechen sind Sexkaufverbote = KriminalisierungsModelle.

Was ein solches KriminalisierungsModell bedeutet, zeigt die Situation unter dem jetzigen Arbeitsverbot recht deutlich. Sexarbeit findet weiterhin statt, muss absolut heimlich geschehen. Häufig unter extremen Stress und Druck und mit steigender Gewalt und weniger Geld, da Sexarbeitende in der Illegalität erpressbarer sind – also unter miserablen Bedingungen.

Behauptet wird: „Das nordische Modell soll Sexarbeiter*Innen schützen und ihnen im Umgang mit Kunden zu einer verbesserten Rechtslage verhelfen.“ DAS nenne ich Verharmlosung und vollkommene Verschleierung. Liebes Stuttgart, glaubst Du das ernsthaft?

SEXARBEIT“ ist in Schweden erlaubt, aber kriminalisiert wird jede/r, die/der von den „verdienten“ Geldern der Sexarbeiter*Innen profitiert, Ehemänner, Babysitter*Innen, Vermieter*Innen etc. Dass heisst jeder der sich mit „jemandem wie mir“ abgibt und irgendwelche Geldwerten Mittel von mir erhält würde sich strafbar machen. In meinem Falle mein Vermieter, meine Ziehtochter und meine Ziehenkelin.

Darüber hinaus werden in Schweden dann auch noch diejenigen bestraft, die eine sexuelle Dienstleistung erwerben – also Sie/Ihr!

Liebe Gäste, liebe Sklaven*Innen, liebe Nutzer von Sexualassistenz, Massagen, Sex,

– ihr liebe Damen, Herren und diverse Menschen in Stuttgart

– ihr, die ihr ab und zu eine sexuelle Dienstleistung in Anspruch nehmt

– „ja genau Du“ – Du würdest Dich in Zukunft strafbar machen! Ach ja, und ich, ich auch – ich habe auch schon für sexuelle Dienstleistungen gezahlt.

Es ist vollkommen paradox, dass ich dann nach dem „schwedischen Prinzip“ zwar noch legal arbeiten dürfte und alles um mich herum kriminalisiert wird? Wie genau kann das gelingen, STUTTGART? Wie finde ich dann einen sicheren Raum in dem ich arbeiten kann? Und wie jemanden, bei dem ich wohnen kann? Wie generiere ich meine Gäste? Was kommen da noch für Gäste?

Stuttgart, ich klage Dich an. Du verletzt meine Grundrechte, meine freie Berufswahl und Du willst mich und zig tausende Mitstreiter*Innen in die Illegalität drängen.

Von 90.000€ Fördergeldern zahlst Du 60.000€ für Kampagnen gegen mich und meinen Berufsstand. Aus Töpfen die für Gleichstellung und Chancengleichheit gedacht sind – und ich bekomme gar keine Chance.

Realsatire sagte eine bekannte Aktivistin dazu – Du nimmst meine Steuergelder und zahlst für eine Kampagne die mich in die Illegalität drängen möchte.

STUTTGART – wir müssen reden!

Für alle die es wirklich interessiert, hier weitere Stellungnahmen und Informationen zum Thema:

Tagung Hamburg

Weitere Infos folgen…

Mehr Sexualität

Eine sexualtherapeutische Evaluation

Seit etwa einem Jahr mache ich, zu meinen bisherigen therapeutischen Ausbildungen, eine körperlich orientierte Sexualtherapieausbildung (Sexocorporel).

In verschiedenen Seminaren dazu ist mir nochmal auf einer ganz anderen Ebene als bisher deutlich geworden, wie wenig wir Menschen eigentlich über Sexualität wissen und was wir allen noch lernen können.

Sehr gerne möchte ich von diesem Wissen etwas weiter geben und darüber hinaus habe ich mir ein besonderes Angebot für eine „sexuelle Evaluation“ überlegt.

Sie/Du möchtest gerne etwas mehr über Ihre/Deine Sexualität erfahren?

Sie/Du möchtest mehr darüber wissen was in der Sexualität noch alles möglich ist?

Oder vielleicht gibt es Probleme mit der eigenen Sexualität oder der Paarsexualität?

Oder…..etwas anderes was zum Thema passt und ich nicht benannt habe?

Dann sind Sie/bist Du hier ganz richtig.

Die Evaluation umfasst drei einzelne Sitzungen á 50 Minuten, natürlich in einem geschlossen Raum unter Schweigepflicht. Termine sind in Stuttgart und Esslingen möglich. Terminvereinbarung bitte per Mail.

Da ich diesbezüglich noch „Auszubildende bin“ kostet eine Sitzung nur 50€ anstatt 90€- sprich: Diese Evaluation kostet insgesamt nur 150€ – ein Schnäppchen, nicht wahr ?

Ich freue mich über Ihre/Deine Kontaktaufnahme

Herzlichst Daria